Hamlet verliert seinen Vater, den König. Wie? Gift, dem König verabreicht von Klaudius, seinem Bruder. Brudermord? Jawohl! Brudermord! Onkel Klaudius heiratet darauf Hamlets Mutter, Gertrude. Onkel Klaudius ist damit Hamlets neuer Vater. Dänische Zustände! Ophelia, skeptische Verlobte, bemüht sich um Hamlet. Dänemark, für sie: eine Halbinsel. Sie versucht ihn dazu zu bewegen, fortzugehen. Liebe. Hamlet versteht das nicht. Dänemark nicht, Liebe nicht. Er versteht nichts. Gespenster gehen herum. Polonius, Ratsherr, belustigt alle. Findet er. Ophelia wünscht sich «Traum, schreib mich um und um!» und zieht Fazit. Im Traumspiel von Teuwissen wandert ein Schauspieler durch eine Hamletwelt. Er tastet sich durch Komik, grosse Gesten und trifft im klassischen Stoff auf neue, sanfte Zwischentöne. Teuwissen zeichnet die Figuren einfühlsam und sucht in seinem Stück nach Zärtlichkeit und Zuneigung innerhalb von Spannung und Gewalt. Mit diesem Text wagen Regisseurin Mélanie Huber und TOBS! Ensemblemitglied Fabian Müller einen Parforceritt zwischen Selbsterschütterung, Komik und Poesie.
Spiel Fabian Müller
Künstlerisches Team Mélanie Huber (Regie) und Lena Hiebel (Ausstattung)
Lichtgestaltung Michael Nobs
Dramaturgie Patric Bachmann
Regieassistenz, lnspizienz Yael Stricker
Vermittlung Elena von Graffenried
Ein Soloabend mit Hamlet, Ophelia und viel Spielfreude am Tobs ... Und was
Fabian Müller in den gut anderthalb Stunden zeigt, ist brillant und überzeugend: Spielfreude pur.
Mühelos wechselt er die Personen... Sterben – schlafen – schlafen! Vielleicht auch träumen! – Ja, da liegt’s! Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen, wenn wir den Drang des Ird’schen abgeschüttelt. In diesem Traumland ist Autor Stephan Teuwissen unterwegs; dies mit einer Sprache, die zärtlich sein kann, gerne spielt und gerne lacht und auch brüskiert... Am meisten Klamauk macht Polonius... der nach allen Regeln der Kunst den «Kulissentod» stirbt. Hochdramatisch – besser geht’s
nicht. Ebenfalls grandios von Fabian Müller gespielt ist die Sex-Szene zwischen Gertrude und Klaudius. Virtuos wechselt er zwischen Mann und Frau... Das Premierenpublikum dankte mit
anhaltendem Applaus.
-Solothurner Zeitung, 3.9.