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Die Florianis, eine Modellfamilie, die bürgerlich und verschroben Einblick in das Alltagsleben der Mittelschicht im Nachkriegsösterreich bietet: Hans Floriani, Oberlandesgerichtsrat, korrekt, pflichtbewusst und anständig, sieht sich als tonangebendes Familienoberhaupt, wird jedoch von seinen Kindern Helli und Wolferl um den Finger gewickelt. "Ich bin eine komische Figur in meiner Familie", beklagt er sich bei seiner scharfsinnigen Frau Vilma. Sie, Generalstocher, "also ein bisserl etwas Höheres" und für ein Hausfrauendasein viel zu intelligent, ist in dieser Frage nicht gewillt, dem Herrn Gemahl zu widersprechen. Dessen Antagonist, der Halbbruder Guido, war Nazi und einer der ersten, die sich nach dem Krieg von der nationalsozialistischen Ideologie distanzierten. Ein Phantast, der seinen Lebensunterhalt mit einer Hühnerfarm verdient, während seine Frau Liesl ihren Mann meist erfolgreich daran hindert, seine absurden Geschäftsideen umzusetzen. Es ist eine typische Familie, die imstande ist, das kleine und grosse Geschehen der Zeit mit einem Anflug von Ironie widerzuspiegeln.

Ingeborg Bachmann (1926-1973), freie Schriftstellerin, Mitglied der Gruppe 47, lebte in München, Zürich und Rom. Mit ihren Gedichten, Hörspielen, Libretti, Essays und dem Romanzyklus "Todesarten" zählt sie zu den bedeutenden Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Bachmann verfasste zwischen Februar 1952 und Juli 1953, während sie für den amerikanischen Besatzungssender Rot-Weiss-Rot in Wien arbeitete, Skripte für die Radioseifenoper "Die Radiofamilie". Elf Folgen schrieb sie alleine, vier weitere in Zusammenarbeit mit zwei Kollegen. Lange galten die von ihr verfassten Skripte als verloren, bis man sie Ende der 90er-Jahre im Nachlass eines Sender-Kollegen wiederentdeckte.

Werkstattblog


von Ingeborg Bachmann
Schweizerische Erstaufführung
24. Mai - 26. Juni 2013
Schauspielhaus Zürich

Nomination Beste Nachwuchskünstlerin (Regie), Zeitschrift "Theater heute" 2013
Einladung Radikal Jung Festival, Volkstheater München, 8. April 2014
Shortlist 2014, Nähere Auswahl 1. Schweizer Theatertreffen