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Ein armer Josef wandert und stolpert durch einen kindlich-archaischen Bilderreigen, ist auf der ständigen Flucht vor sich selbst und verheddert sich – einem sich etwas all zu ernst nehmenden Clown nicht unähnlich – in allem, was Alltag heißt. Ständig klingelt das Telefon, meldet sich die Welt mittels verzweifelten Inseraten und vermischten Meldungen. Aus allen Ecken scheint die Umgebung Josef zuzuflüstern: „Aus der Rolle fallen ist längst kein Sündenfall, manche stürzen sich dabei sogar ins Glück!“

Kafkas Roman wandelt sich in der Theaterfassung von Stephan Teuwissen zu einem poetischen und humorvollen Traumspiel voller Slapstick, Gesang, irrwitzigen Grausamkeiten und schrägen Leidenschaften. Und anstelle des geläufig „Kafkaesken“ rücken in Mélanie Hubers Inszenierung unterirdische Geflechte aus zärtlichen Bezügen, Widersprüchen und befremdenden Ähnlichkeiten in den Vordergrund. Gefragt wird hier mal mit Wortwitz, mal musikalisch, mal mit furiosem Agieren: gibt es nicht auch einen liebevollen, tröstenden Blick auf dieses Figurenpanoptikum? Wer ist dieser Josef, bevor er zum empfindlich-tragischen „Josef K.“ apostrophiert wurde? Wie inszeniert sich der Prozess, ohne dass die Regie dabei zum Komplizen Kafkas wird?


nach Franz Kafka

28. Mai 2016 - 9. März 2017
Theater Regensburg
Eröffnung der 34. Bayerischen Theatertage 2016